Express your feelings. Every damn day.

Dieser Artikel fällt mir nicht leicht. Und ich weiß jetzt schon, dass ich wahrscheinlich mehrere Tage brauchen werde, um ihn zu schreiben.Nicht nur, um meine Gedanken zu sortieren, sondern auch, damit er vollständig ist. Damit er nicht in einer Emotion stecken bleibt.

Vor ein paar Tagen wäre diese Emotion Freude gewesen, vor einer Woche vielleicht Glück, vor ein paar Wochen Angst. Heute bin ich einfach traurig, erschöpft und möchte mich verkriechen. Man fragt mich, wie es mir geht, und ich kann einfach nur heulen. Ich versuche stark zu sein. Das ist ein Versuch mir selber zu sagen, dass alles gut wird.

Und ich weiß, dass alles gut wird. Denn tief in mir drin, habe ich ein Urvertrauen.

Doch jetzt gerade, in diesem Augenblick, geht es mir nicht gut. Die Tränen kommen und ich kann sie nicht aufhalten. Ich kann sie nicht verstecken. Nicht vor mir, und auch nicht vor meiner Umwelt. Es nervt mich, dass ich am heulen bin. Warum? Na, weil es anstrengend ist, weil traurig sein kein gutes Gefühl ist, weil ich niemanden zur Last fallen möchte. Und weil es mich einfach erschöpft.

Und doch weiß ich, dass es mir gut tut. Dass ich mich und meine Gefühle nicht mehr verstecken möchte. Ja, ich bin traurig. Ja, ich bin verletzt. Und ja, ich weiß, dass dieses Gefühl wieder vorbeigehen wird. Doch dieser eine Trigger, der dieses Gefühl ausgelöst hat, hat echte Arbeit geleistet. Er hat mich in diesem Zustand gebracht. Ich liege auf meinem Sofa, bin erschöpft vom Weinen, vom Nachdenken, von der Vergangenheit. Ich habe keine Kraft mehr. Ich habe versucht die Tränen zu unterdrücken, habe meinen Lieblingspodcast gehört und eine Folge einer schönen Serie geschaut. Dazu Soulfood gegessen. Doch gerade hilft das alles nichts. Ich möchte nicht jammern, nerve mich selber.

Aber ist das nicht vielleicht vollkommen normal und ok? Ja, verdammt. Es ist ok zu heulen, wenn man traurig ist. Es ist ok, erschöpft zu sein und nur auf der Couch zu liegen.

Wie wollen wir etwas loslassen, wenn wir uns nicht der Trauer des Loslassens einmal hingeben? Eine sehr weise Bekannte hat letztens zu mir gesagt, dass man nur das loslassen kann, was man akzeptiert hat. Ich glaube ich kann nur etwas akzeptieren, wenn ich einmal den Schmerz gefühlt habe. Ich darf nur nicht darin verweilen.

Vor meiner Heulphase hatte ich eine Phase voller Wut. Das war neu für mich und ich wusste nicht damit umzugehen. Ich kenne mich manchmal gereizt und zickig. Aber nicht wütend. Und irgendwie hatte dieses neue Gefühl etwas anziehendes, magisches. Denn ich wusste, dass ich in meinem Heilungsprozess eine Stufe weiter gekommen bin. Und ist das nicht total großartig? Heißt das nicht, dass ich endlich meine Lektion gelernt habe? Dass ich ein weiteres Puzzle Teil meines Seins und meines Higher Selfs entdeckt habe? Hey, dass ist doch total toll. Ok, Wut ist nicht die schönste Emotion. Aber ich habe ein Bedürfnis gehabt, sie auszuleben. Mich nicht davor zu drücken und es auch nicht zu verstecken. Denn nur, wenn ich eine Emotion lebe, kann ich sie danach loslassen und weiterziehen. Und so war es. Ich spüre keine Wut mehr in mir.

Was ich nicht wusste, dass auf die Wut wieder eine Art Trauer folgt. Oder zumindest der Drang zu heulen. Und wieder höre ich in mich: was will mir das sagen? Wozu war diese Lektion gut? Was habe ich gelernt?

Umso mehr Tränen fließen, umso klarer sehe ich. Als ob die Tränen einen Schleier wegschieben. Ich weiß, dass hinter dem Schleier Licht ist. Doch für heute bin ich zu kaputt. Heute gehe ich einfach schlafen.

Auch nach dem Aufwachen fühle ich mich erschöpft. Aber ich mache einfach weiter wir immer. Alltagsroutine. Ich bin nicht mehr traurig. Jedoch steigt im Laufe des Tages wieder die Wut in mir hoch. Ein Trigger, der mich in Wut und Verständnislosigkeit versetzt. Ich bin genervt von mir selbst. Eigentlich möchte ich mir glücklich sein und mich gut fühlen. Ich gehe zum Sport und powere mich so richtig aus, erzähle meiner Freundin, was mich so genervt hat. Ich teile ihr zum 1000.Mal meine Gedanken mit und sie hört zum 1000. Mal einfach nur zu und gibt Ratschläge. Danke dir dafür!

Nach dem Sport fühle ich mich schon besser. Aber ich bin immer noch auf Krawall gebürstet. Meine Mutter ruft mich an und nach ein paar Minuten fragt sie mich, wie es mir geht. Ich habe keine Lust mehr mich zu verstellen. Zu sagen, das es mir gut geht, wäre einfach. Ich mag mich aber nicht mehr verstellen und sage ihr, wie ich mich fühle: wütend und genervt von mir selbst und diesen Emotionen. Es tut gut alles rauszulassen. Es dir wirklich befreiend. Nun liege ich im Bett und spüre die Erleichterung immer noch. Und damit einher, ein Gefühl von Optimismus in meinem Bauch. Ich weiß, dass ich alles schaffen werde und dass alles gut ist.

Am nächsten Morgen wache ich auf und da ist es endlich wieder: dieses warme Gefühl im Bauch, das sich Optimismus nennt. Ich spüre meine gute Laune wiederkommen. Ich starte in den Tag mit einer kurzen Yoga Einheit und einer Meditation und merke immer wieder, dass dies ein Gamechanger ist. Es hilft mir meine Gedanken zu fokussieren und bei mir zu bleiben.

Und so gehe ich fokussiert auf die guten Dinge in den Tag. Ich strahle, habe gute Laune und direkt bin ich von positiven Menschen umgeben. Wir lachen bis der Bauch weh tut. Ein so befreiendes Gefühl.

Dennoch gibt es immer wieder Momente, die mich triggern. Manchmal erkenne ich sie direkt, manchmal reagiere ich spontan, verständnislos und merke dann erst, dass es wohl ein Trigger war. Und dann bin ich von mir selbst genervt, dass ich mich habe triggern lassen. Ganz leise sagt eine Stimme in mir: sei nicht so hart zu dir selbst.

Was auch immer dieser Trigger in mir ausgelöst hat, die eigentliche Frage ist: warum er ausgelöst wurde? Was steckt dahinter? Und auch hier ist es ok dieses Gefühl des „was ist hier gerade los“ zu spüren. Aber definitiv nicht darin zu bleiben.

Ich habe einen Hang in sowas zu verweilen und viel zu viel darüber nachzudenken. Ich übe mich darin mich stattdessen eher zu fragen: was kann ich daraus lernen. Und alleine diese Frage öffnet unser Bewusstsein und setzt das Gefühl, welches den Trigger ausgelöst hat, auf eine andere Ebene. Was hat das mit mir zu tun? Ich nehme an, was ich daraus lernen kann und bin dankbar für diese Lektion. Diese Sichtweise lenkt das erste negative Gefühle, welches vom Trigger ausgelöst wurde, auf eine Ebene der Dankbarkeit und bringt mich somit wieder in eine positive Schwingung.

Der Artikel ist nun wirklich lang geworden. Und wahrscheinlich auch etwas unstrukturiert. Aber genauso ist es manchmal im Leben.

Abschließend möchte ich nochmal die wichtigsten Punkte festhalten:

  1. Lebe deine Gefühle und verdränge nichts. Verdrängung schürt uns innerlich zu und versetzt uns dadurch in einen Zustand der Angst. Es kann schmerzhaft sein, alle seine Gefühle zuzulassen. Aber es ist am Ende immer befreiend und das ist ein fantastisches Gefühl.
  2. Verweile trotzdem nicht zu lange in negativen Gefühlen. Erkenne den Punkt, an dem du Stopp sagen musst, weil du dich im Endeffekt nur selbst bemitleidest. Es hilft mir sehr mir Freunden darüber zu reden und so auch noch mal eine andere Sichtweise zu bekommen.
  3. Versuche dich nicht zu sehr triggern zu lassen. Und wenn es doch passiert, dass frage dich warum und was du daraus lernen kannst. Sein dankbar, dass dein gegenüber dich getriggert hat, denn es bringt dich ein Stück näher zu deinem Higher Self. Mit der Zeit weißt du intuitiv immer besser, wo eine Trigger Gefahr lauert.

 

Wir, die ihre Gefühle zulassen und zeigen, sind am Ende immer die Stärkeren. Denn wir handeln, fühlen und denken aus der Energie der Liebe – und nicht der Angst.

2 Antworten auf „Express your feelings. Every damn day.

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